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ensemble peregrina |
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(c) 2011 ensemble peregrina | |||||||||
| Sainte Nicholaes | |||||||||||
Chiesa San Nicolao, Giornico |
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Über die historische Gestalt von Nikolaus wissen wir nur sehr wenig. Er hat um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Türkei gelebt und war Bischof von Myra (heute: Demre/Antalya). Im Mittelalter hat er höchste Popularität genossen und war einer der am meisten verehrten Heiligen, was bis heute nachwirkt. Dies zeigt sich auch in der grossen Anzahl von Legenden, die sich um seine Gestalt gebildet haben. So soll er etwa drei Scholaren (fahrende Schüler), die von einem habgierigen Wirt umgebracht und in ein Fass eingepökelt worden waren, wieder zum Leben erweckt haben. Oder er hörte, nachdem er von seinen Eltern ein grosses Vermögen geerbt hatte, von einem armen Mann mit drei Töchtern, die dieser mangels Mitgift nicht verheiraten konnte und sie deshalb zur Prostitution zwingen wollte. Doch Nikolaus ging an drei aufeinanderfolgenden Nächten am Haus der Familie vorbei und warf jedes Mal einen Klumpen Gold durchs Fenster, sodass die Mädchen heiraten konnten. Berühmt ist auch die Legende der Seeleute, die in einen gewaltigen Sturm geraten sind. Nikolaus erscheint ihnen, übernimmt das Steuer des Schiffes und bringt sie sicher in den Hafen. Eine grosse Rolle spielt das Meer auch in der Legende vom ertrunkenen Knaben: ein Mann wollte Nikolaus einen goldenen Kelch opfern, was ihn dann aber doch reute. So liess er einen zweiten, billigeren Kelch anfertigen. Bei der Überfahrt nach Myra heisst er seinen Sohn, mit dem goldenen Kelch etwas Wasser aus dem Meer schöpfen. Dabei fällt der Sohn ins Wasser und ertrinkt. In Myra angekommen, will der Vater den billigen Kelch auf den Altar von Nikolaus stellen, aber der fällt immer wieder herunter – bis der von Nikolaus wunderbarerweise wiedererweckte Sohn mit dem goldenen Kelch erscheint und Nikolaus dann beide Kelche bekommt. Die beliebtesten Nikolaus-Legenden wurden immer wieder aufgegriffen und bearbeitet, bis zu abendfüllenden, teils recht derben Volksschauspielen, wie etwa die Legende der Ikone: ein jüdischer Kaufmann geht mit Nikolaus eine Wette ein, ob die blosse Ikone des Heiligen in der Lage sei, seine Schätze zu behüten. Also stellt der Kaufmann ein Bild Nikolaus’ neben seine Schatztruhe und geht aus dem Haus, ohne abzuschliessen. Drei Diebe lassen sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen und rauben den Schatz. Der Kaufmann klagt den Heiligen bitter an und sieht seine Zweifel an der Kraft des christlichen Glaubens bestätigt. Nikolaus aber geht zu den Dieben und macht ihnen dermassen die Hölle heiss, dass sie reumütig alles bis auf den letzten Heller ins Haus des Kaufmanns zurücktragen – der sich nun seinerseits reumütig zum christlichen Glauben bekehrt. Nicht nur Bräuche, Legenden und Volksschauspiele zum Nikolaus hat das Mittelalter hervorgebracht, sondern auch einen grossen Reichtum an Dichtung und Musik für die Nikolaus-Liturgie. Daraus hat das ensemble Peregrina extra für das Programm eine Auswahl aus den schönsten Beispielen zusammengestellt – in denen auch immer wieder die Legenden eine grosse Rolle spielen.
Besetzung: 3 Sängerinnen Aufführungsorte: Première in der Schweiz: Dezember 2010 Ungefähre Dauer: 60 Minuten
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